Mentale Schmerzüberwindung

Jeder Mensch hat Phasen in seinem Leben, in denen er für eine längere Zeit mit Schmerzen konfrontiert ist, die er aushalten und überwinden muss. Schmerz ist genau wie Glück und Zufriedenheit ein fester Bestandteil des Lebens und auch wenn wir gerne versuchen, ihn so gut wie möglich zu vermeiden, hat er doch seine Berechtigung und seine Wichtigkeit. Ohne Schmerzen gäbe es auf der körperlichen Ebene kein Kontrollorgan, dass uns warnt, wenn wir in eine zerstörerische Richtung gehen.

Der Schmerz selbst hat dabei ähnlich wie visuelle Reize und Klang unterschiedlichste Ausprägungen und Schattierungen. Schmerz ist also nicht gleich Schmerz, genauso wenig, wie Geräusch gleich Geräusch oder Geruch gleich Geruch ist. Es gibt eine bunte Palette, ein regelrechtes Schmerzspektrum, das uns genaue Informationen über seine Ursache gibt. So wie eine Trommel einen anderen Klang verursacht als ein Staubsauger, verursacht auch Verbrennung einen anderen Schmerz als eine Rückenverspannung. Je nachdem wo sich der gefühlte Schmerz auf dieser Palette befindet kann er sowohl unerträglich als auch angenehm und sogar lustbringend sein.

Um mehr über die Natur von Schmerz zu erfahren kann man ihn grob in mehrere Bereiche einteilen.

Da wäre zunächst einmal die Unterscheidung zwischen kurzfristig aufflammendem und sofort wieder verschwindenden Schmerz, wie wir ihn etwa bei einer Massage verspüren und langanhaltendem, oder gar chronischem Schmerz, wie bei einer Verbrennung oder bei Rheuma und Arthritis. Zudem gibt es Schmerzen, denen wir uns bewusst und freiwillig aussetzen, wie beispielsweise beim Needlen, Tätowieren, bei der Lymphmassage, der Fußreflexzonenmassage, oder bei einigen sexuellen Spielarten, sowie Schmerzen, die wir uns indirekt aufgrund von Lebensthemen oder -gewohnheiten aussuchen und denen wir nicht so leicht wieder entfliehen können, wie beispielsweise durch Krankheiten, Verletzungen, chronische Entzündungen, Verbrennungen, oder durch Schädigungen unserer Gelenke, Organe, Muskeln, Bandscheiben oder anderer Körperbereiche.

Einige Formen von Schmerz erfordern eine sofortige Reaktion, da sie uns auf eine akute Verletzung hinweisen, während andere nur über einen längeren Zeitraum hinweg gewandelt werden können. Teilweise können wir ihn einfach aushalten oder uns nach einiger Zeit daran gewöhnen und teilweise wird unser Leben dadurch nachhaltig eingeschränkt. Manchmal ist es auch wichtig, dass wir den Schmerz annehmen und uns trotz seiner Intensität vollkommen ruhig verhalten. In jedem Fall aber ist es hilfreich zu wissen, wie man ihn mithilfe seiner Konzentration, der inneren Einstellung und der mentalen Kräfte so kontrollieren kann, dass er einen nicht übermannt. Schmerz und Leid werden oft miteinander gleich gesetzt, doch wenn wir unsere mentalen Fähigkeiten schulen und wissen, wie wir mit Schmerz gezielt umgehen können, müssen wir nicht mehr zwingend darunter leiden. Wir können ihn sogar überwinden, so dass er nicht einmal mehr unangenehm ist. Das braucht natürlich Übung und ein hohes Maß an Selbstkontrolle und Konzentrationsfähigkeit, aber es ist es auf jeden Fall wert, es zu lernen. Ausgehend von unseren eignen Übungen und Erfahrungen in diesem Bereich haben wir euch hier nun ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen ihr lernen könnt, Schmerz durch bewusstes, mentales Training zu überwinden.

Was genau ist Schmerz überhaupt?

Bevor wir uns einzelnen Techniken und Übungen zuwenden, ist es wichtig, zunächst ein Grundverständnis darüber zu bekommen, was Schmerz eigentlich ist. Dabei gibt es vor allem zwei wichtige Gesichtspunkte aus denen man ihn betrachten kann.

Schmerz aus biologischer Sicht

Rein biologisch betrachtet sind Schmerzen Warnhinweise unserer Nervenzellen an unser Gehirn. Es handelt sich also letztlich um nichts anderes als einen elektrischen Impuls, der von einem bestimmten Teil unseres Körpers an das Gehirn gesendet wird, um diesem mitzuteilen, dass hier etwas nicht stimmt. Der Körper ist an dieser Stelle nicht intakt, wobei die Ursache dieser Störung unterschiedlichster Natur sein kann. Vielleicht haben wir uns geschnitten, vielleicht haben wir eine chronische Entzündung in den Gelenken, vielleicht sind unsere Muskeln verkrampft und verspannt und vielleicht haben wir einen Schlag erhalten der einige unserer Zellen beschädigt und ein paar Blutgefäße zerstört hat. In jedem Fall aber geht es darum, auf ein Problem aufmerksam zu machen, dass eine Lösung erfordert. Schmerz ist damit also nichts Negatives, wie wir es oft darstellen, sondern eine lebenswichtige Methode unseres Körpers, uns über unseren eigenen Gesundheitszustand zu informieren. Ohne Schmerzen könnten wir beispielsweise eine Hand auf eine Herdplatte legen und sie dort liegen lassen, bis sie auf die Knochen verbrannt ist. Der Schmerz hingegen sorgt dafür, dass wir sofort zurück zucken und uns selbst schützen.

Schmerz kann aber auch eine rein psychologische oder gedankliche Ursache haben. Ein Grundprinzip des Universums lautet: „Die Welt ist stets das ,wofür wir sie halten!“ In der Medizin wird dieses Prinzip „Placebo-Effekt“ genannt. Man kennt es vor allem im positiven Sinne in Bezug darauf, dass jemand eine Krankheit oder einen Schmerz verliert, nur weil er glaubt, etwas heilsames zu tun, auch wenn die Maßnahme selbst keinerlei Wirkung hat. Der Effekt funktioniert aber auch anders herum. Sind wir beispielsweise mit dem Rad gestürzt und haben unser Knie angestoßen, kann es sein, dass wir enorme Schmerzen spüren, weil wir glauben, dass wir es uns komplett aufgeschlagen haben. Wenn wir dann nachschauen und nur einen kleinen Kratzer oder vielleicht sogar nur einen blauen Fleck erkennen, lässt der Schmerz wieder nach. Daran lässt sich erkennen, dass unser Körper zwar die elektrischen Impulse für Schmerz an das Gehirn sendet, dass der Schmerz selbst aber erst im Gehirn aufgrund einer Interpretation dieser Impulse entsteht. Teilweise braucht es nicht einmal einen Impuls, denn wenn wir davon überzeugt sind, das uns etwas schmerzt, können wir den Schmerz rein in unseren Gedanken erzeugen. Menschen mit Amputationen beispielsweise haben häufig sogenannte Phantomschmerzen. Ihnen tut also ein Körperteil weh, das sie nicht einmal mehr besitzen. Wie ist das möglich? Es funktioniert deshalb, weil sich das Gehirn an das Körperteil erinnert und noch immer Schmerzimpulse damit verknüpfen kann, auch wenn es keine Nervenbahnen in diesem Bereich mehr gibt.

Fassen wir also noch einmal zusammen: Biologisch betrachtet kann Schmerz entweder ein Hinweisgeber unseres Körpers auf ein vorliegendes Problem sein oder ein reines Produkt unseres Gehirns aufgrund einer Überzeugung oder einer Angst, dass wir eine Verletzung bzw. eine Krankheit haben, egal ob diese nun körperlich existiert oder nicht.

Schmerz aus spiritueller Sicht

Gehen wir nun noch einen Schritt weiter und betrachten uns aus einer übergeordneten Perspektive, stellen wir fest, dass Schmerz tatsächlich nicht real existiert. Alles ist eins, alles ist Gott, alles ist Liebe. Das Universum besteht also nur aus einer einzigen, allumfassenden liebenden und intelligenten Energie, die sich selbst mit Hilfe ihrer eigenen Phantasie zu all dem Formt, was wir in unserem Leben wahrnehmen können. (Wenn ihr mehr zu diesem Thema wissen wollt, könnt ihr es hier nachlesen)

Wenn wir nun also davon ausgehen, dass wir alle nichts anderes als ein Teil der göttlichen Energie sind, die sich selbst in einer Geschichte erlebt, dann bedeutet dies, dass wir nicht wirklich einen Körper haben, nicht wirklich ein von anderen getrenntes Wesen sind, nicht wirklich leben und nicht wirklich sterben können. Somit kann es auch nicht wirklich so etwas wie Schmerz geben. Es ist in etwa wie bei einem intensiven Traum den wir in der Nacht haben. Solange wir träumen halten wir den Traum für real und glauben daher auch, dass wir im Traum erlebte Verletzungen als Schmerz wahrnehmen. Treten wir jedoch einen Schritt zurück, erkennen wir, dass wir sicher in unserem Bett liegen und unversehrt schlafen. Der Schmerz, den wir im Traum erleben existiert also nicht wirklich, sondern ist nur eine Traumillusion, die sofort verschwindet, wenn wir entweder im Traum merken, dass wir träumen  oder wenn wir aufwachen. Genauso ist es auch mit dem Schmerz, den wir im Wachzustand verspüren. So wie Schmerz auf der biologischen Ebene ein Hinweisgeber für Verletzungen, Beeinträchtigungen oder Krankheiten ist, ist es auf der spirituellen Ebene ein Hinweis dafür, dass wir in dem betroffenen Bereich noch nicht unsere wahre, göttliche Natur erkannt haben. Aus diesem Grund setzten sich viele Mönche, Heiler und andere spirituell suchende, die sich bewusst auf den Weg zum Erwachen, bzw. zur Erleuchtung machen, ganz gezielt und bewusst immer wieder Schmerzen aus, so dass sie erkennen können, dass er nicht real ist. Er entsteht aus einem Gefühl des Getrenntseins heraus, also aus dem Glauben daran, dass wir unser Körper und damit auch sterblich bzw. vergänglich sind. Je intensiver wir uns mit diesem Thema befassen, desto mehr stellen wir fest, dass dies ein Irrtum ist und desto leichter fällt es uns, ins Urvertrauen und ins Bewusstsein darüber zu kommen, wer wir wirklich sind.

Schmerz aus heilerischer und entwicklungstechnischer Sicht

Biologisch und spirituell ist Schmerz also vor allem ein Wegweiser, bzw. ein Mentor, der uns bei unserer Heilung, unserer Entwicklung und auf unserem Weg zur Erleuchtung hilft. Dies zu erkennen ist bereits der erste Schritt, aus dem Leid heraus. Es ist ein bisschen wie in der Schule. Wir wissen, dass wir auf jeden Fall dort hin müssen, ob es uns nun gefällt oder nicht. Daher können wir uns nun entweder dafür entscheiden, uns innerlich dagegen zu wehren, uns zu sträuben und uns auf unseren Widerwillen zu konzentrieren, wodurch wir unser Leid täglich mehr steigern, oder den Lehrer und seinen Unterricht als Mentor und Mentoring anzunehmen und so viel wie möglich für unsere eigene Entwicklung daraus mitzunehmen. Das gleiche ist es beim Schmerz. Wir können uns auf das Leid konzentrieren und ihn als ein negatives, lästiges und unnötiges Übel ansehen, oder ihn als Mentor annehmen, der uns zeigt, was Heilung benötigt, wo Entwicklungsschritte anstehen, was zu uns gehört und was nicht und wie wir unser wahres Sein erkennen, so dass wir schließlich ins Erwachen kommen. Egal ob wir uns für die eine oder für die andere Variante entscheiden, er wird in beiden Fällen ein Teil unseres Lebens bleiben. Es ist unmöglich, ihn daraus zu verbannen, wie sehr wir es auch versuchen. Also können wir ihn ebenso gut auch annehmen und von ihm lernen. Wenn uns dies gelingt, beginnen wir zunächst einmal mehr über die Natur von Schmerz zu erfahren, wodurch es uns immer leichter fällt mit ihm umzugehen. Denn das, was Schmerz so Leidvoll und Unangenehm macht, sind weniger die eigentlichen Schmerzimpulse, sondern viel mehr unsere eigenen Überzeugungen und Einstellungen dazu. Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen unserer Angst vor dem Schmerz und der Intensität mit der wir darunter leiden.

Angst verstärkt die Schmerzen

Je mehr wir uns vor dem Schmerz fürchten, desto intensiver und unerträglicher wird er in unserer Wahrnehmung. Dies liegt zum einen daran, dass wir und durch die Angst vollkommen auf den Schmerzpunkt konzentrieren, wodurch wir ihn bewusst verstärken. Es ist ähnlich wie bei Gesprächen in vollen Räumen. Befinden wir uns ohne einen Fokus in diesem Raum, nehmen wir nur ein allgemeines Gebrabbel wahr. Konzentrieren wir uns hingegen auf ein bestimmtes Gespräch in unserer Nähe, werden diese Stimmen plötzlich lauter, klarer und intensiver, während alle anderen Gespräche blasser und schwächer wahrnehmbar werden. Plötzlich verstehen wir einzelne Worte und ganze Sätze und können dem Gesprächsverlauf nun folgen. Genauso ist es auch mit dem Schmerz. Je mehr wir uns darauf konzentrieren, desto mehr rückt er in unseren Fokus der Aufmerksamkeit und desto intensiver nehmen wir ihn war. Dies kann sehr hilfreich und aufschlussreich sein und uns dabei helfen, ihn als Illusion zu enttarnen. Dazu müssen wir unsere Angst jedoch bereits überwunden haben, so dass wir den Schmerz wahrnehmen, dabei aber offen und entspannt bleiben können. Konzentrieren wir uns Angstvoll darauf, nehmen wir ihn nur als Leid war, das wir abstellen wollen und steigern uns dadurch so tief in eine Negativspirale hinein, dass es am Ende kaum mehr auszuhalten ist.

Denn unsere Angst führt außerdem noch dazu, dass wir die Schmerzwahrnehmung in Gedanken verstärken. Wir steigern uns immer tiefer hinein und sorgen gleichzeitig dafür, dass der Körper immer stärker verkrampft, was den Schmerz zusätzlich intensiver macht. Hinter der Angst vor Schmerz steckt meist die Angst, an den Schmerzen bzw. an dem, was sie auslöst kaputt zu gehen. Der Gedanke dahinter lautet: „Diese Schmerzen zeigen, dass mein Körper gerade zerstört wird. Je länger ich ihn spüre, desto schlimmer wird die Zerstörung, bis ich schließlich an ihr zerbreche und sterbe!“ Diese Angst kann auch dann bestehen, wenn man ganz genau weiß, dass einem nichts passiert, weil man beispielsweise nur eine Massage bekommt. Sie führt jedoch dazu, dass der Schmerz in kurzer Zeit unerträglich wird, selbst wenn er rein nervlich betrachtet nicht einmal stark ist.

Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg der mentalen Schmerzüberwindung, besteht also darin, die Angst vor dem Schmerz selbst abzulegen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn es handelt sich zumeist um eine sehr tief sitzende, fundamentale Angst, die man vielleicht schon seit der frühsten Kindheit in sich trägt. Andere hingegen, die seit ihren ersten Lebensjahren beispielsweise durch Kampfsport, Kinderkrankheiten oder aus anderen Gründen regelmäßig mit Schmerz zu tun hatten und ihn als einen natürlichen Bestandteil des Lebens betrachten, haben möglicherweise überhaupt keine Angst und können diesen Schritt sofort überspringen. Fühlt daher einmal ehrlich und intensiv in euch hinein und nehmt war, ob ihr Angst vor Schmerzen habt oder nicht. Wenn ja wie stark ist diese Angst auf einer Skala von eins bis zehn?. Leichte bis mittlere Ängste lassen sich häufig allein dadurch auflösen, dass ihr euch ihnen stellt und euch in schmerzhaften Situationen immer wieder bewusst macht, dass euch keine ernsthafte Gefahr droht. Wenn dies allein nicht ausreicht, könnt ihr eure Angst beispielsweise mit der Meridian-Energie-Technik (MET) behandeln und so aus eurem muskulären Gedächtnis löschen. Was genau das bedeutet und wie die Technik funktioniert erklären wir im Artikel „Meridian-Energie-Technik “. Darüber hinaus gibt es verschiedene Meditaitons und Hypnosetechniken mit denen ihr eure Ängste überwinden bzw. auflösen könnt. Genaueres zu diesem Thema findet ihr im Artikel „Methoden zur Angstüberwindung“.

Mentaler Umgang mit Schmerzen

Wenn ihr nun die Grundmechanismen von Schmerz verstanden und euch mit euren Ängsten in diesem Bereich auseinander gesetzt habt, könnt ihr beginnen, euch auf der geistigen, mentalen Ebene ganz bewusst und gezielt mit ihm auseinanderzusetzen. Uns persönlich haben die folgenden Übungen dabei sehr geholfen.

Schmerzintensität bewusst variieren

Ein zentraler Leitsatz im hawaiianischen Schamanismus lautet: „Energie folgt der Aufmerksamkeit!“ Dieser Satz beschreibt das Prinzip, das hinter der mentalen Beeinflussung von Schmerz steht sehr deutlich. Wie bereits beschrieben, nehmen wir Impulse, auf die wir uns konzentrieren, intensiver wahr, als solche auf denen kein direkter Fokus liegt. Das bedeutet, dass wir auch unseren Schmerz verstärken oder abschwächen können, je nachdem worauf wir unseren Fokus legen. Konzentrieren wir uns auf den Schmerz, wird er dadurch automatisch stärker, legen wir unseren Konzentrationspunkt bewusst vom Schmerz weg, wird er schwächer. Um das zu Üben könnt ihr einmal ausprobieren, bewusst Schmerzen mit eurem Geist zu erzeugen. Ich weiß, das klingt erst einmal komisch und ihr fragt euch vielleicht, warum in aller Welt ihr das tun solltet. Aber es ist tatsächlich eine sinnvolle und sehr hilfreiche Übung, von der ihr später viel profitieren werdet. Schmerz mit Hilfe des Geistes zu erzeugen ist deutlich leichter, als ihn auf die gleiche Weise verschwinden zu lassen. Dennoch erkennt ihr auch beim bewussten Erzeugen, wozu eurer Geist imstande ist. Dies über sich selbst zu lernen hilft dabei, das Vertrauen zu finden, dass man es auch in die andere Richtung kann.

 

Übung: Schmerz erzeugen mit Hilfe des Geistes

Um mit der Übung beginnen zu können braucht ihr zunächst einen Punkt an eurem Körper, auf den ihr euch konzentrieren könnt. Es kann eine Stelle sein, an der ihr ohnehin bereits ein leichtes Ziepen, Kratzen, Stechen oder Jucken spürt. Ihr könnt euch aber auch einfach für einen Moment in den Arm oder in einen Finger kneifen. Nun legt ihr eure ganze Aufmerksamkeit auf diesen feinen Schmerzimpuls und konzentriert euch dabei ausschließlich auf den Schmerz. Stellt euch vor, wie er stärker und stärker wird und sich immer weiter ausbreitet. Es wird nicht lange dauern, bis ihr dies tatsächlich spüren könnt. Aber keine Sorge, da diese Schmerzen keinen realen Grund haben, verschwinden sie wieder, sobald ihr die Übung beendet. Wenn ihr die Übung ein paar Mal erfolgreich durchgeführt habt, könnt ihr noch einen Schritt weiter gehen und einen Schmerz an einer Stelle erzeugen, an der es zuvor gar keinen Impuls, nicht einmal ein kitzeln gab.

Den Schmerz bewusst beeinflussen

Mit dem Wissen, dass ihr in der Lage seit, Schmerzen ohne einen biologischen Grund einfach mit Hilfe eurer Gedanken zu erzeugen, entsteht automatisch auch das Bewusstsein in euch, dass ihr sie auf die gleiche Weise dämpfen oder gar verschwinden lassen könnt. Im Folgenden habe ich euch dazu einige Methoden ausgeführt, die ich selbst als hilfreich und wirkungsvoll empfand. Dabei haben jedoch nicht alle Methoden in allen Fällen funktioniert. Oft musste ich schnell hin und her switchen und es dauerte eine Weile, bis ich ein Gefühl dafür bekam, welche Methode wann hilfreich war und wann nicht.

Grob lassen sich die Methoden der Schmerzüberwindung drei unterschiedlichen Grundansätzen zuordnen.

1. Den Fokus auf den Körper als ganzes legen

Bei diesem Ansatz konzentriert ihr euch weder direkt auf den Schmerzpunkt, noch gezielt auf eine andere Stelle eures Körpers, sondern betrachtet euch selbst als ganzes, wobei ihr versucht, euch vollkommen der aktuellen Situation hinzugeben, loszulassen und euch im Vertrauen, das alles richtig und gut ist zu entspannen. Auch dies ist natürlich erst einmal nicht so einfach wie es klingt, und ihr braucht einige Techniken, damit es euch gelingen kann.

Vor allem wenn man Angst vor Schmerz hat neigt man dazu, sich allein beim Gedanken daran am ganzen Körper zu verkrampfen. Auch dies ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers, da er mit angespannten Muskeln einer äußerlichen Gewalteinwirkung besser standhalten kann, als im entspannten Zustand. Wenn wir uns also gedanklich in den kommenden Schmerz hinein steigern, dann nimmt unser Körper dies als Hinweis auf einen drohenden Angriff wahr und reagiert mit einer Schutzkontraktion der Muskeln. Leider führt diese Verspannung auch dazu, dass der Schmerz intensiver wird.

Um das zu verhindern gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste besteht darin, sich vor und während des Schmerzes ganz bewusst zu entspannen und die Muskeln bewusst locker zu lassen. Dies gelingt jedoch nur, wenn man den Schmerz zulassen und annehmen kann, ohne sich davor zu fürchten. Es darf schon eine Angst da sein, aber es muss einem gelingen, sich selbst zu beruhigen und diese Angst loszulassen. Schafft man dies nicht, wird sich der Körper automatisch verkrampfen und zwar umso mehr, je stärker man es verhindern möchte. In diesem Fall hilft nur die zweite Methode. Dabei kommt ihr eurem Organismus und seiner Schutzreaktion zuvor und spannt die Muskeln eures Körpers ganz bewusst selber an. Der Zustand, in dem ihr euch nun befindet ist zwar noch immer der gleiche, jedoch gibt es den Unterschied, dass es nun kein Automatismus sondern eine bewusste Entscheidung war, die euch hierhin gebracht hat. Dadurch erhaltet ihr euch die Kontrolle über euer Muskelsystem und könnt euch nach dem ersten Schmerzempfinden ebenso bewusst wieder entspannen. Diese Technik funktioniert vor allem dann besonders gut, wenn es um langanhaltende Schmerzimpulse geht, die einen spontanen Anfang haben und dann für lange Zeit konstant bleiben. Sie funktioniert auch bei immer wieder neu auftauchenden Schmerzimpulsen, wie beispielsweise beim Tätowieren, Lasern oder bei der Lymphmassage. Hier ist es allerdings etwas schwieriger.

2. Den Fokus auf die Schmerzfreiheit legen

Die zweite Möglichkeit besteht darin, sich ganz bewusst auf einen Bereich eures Körpers zu konzentrieren, der nicht schmerzt, so dass der Schmerz im Hintergrund verblasst. Dabei gibt es jedoch eine Sache zu beachten:

Aufmerksamkeit folgt auch der Energie

So wie ihr Schmerzen mit eurer Aufmerksamkeit steuern könnt, steuern umgekehrt auch die Schmerzen eure Aufmerksamkeit. Ihr kennt dieses Prinzip sicher von einem flackernden Fernseher. Er läuft im Hintergrund und das Programm interessiert euch nicht die Bohne, da ihr eigentlich gerade ein spannendes Gespräch mit einem Freund führt. Und trotzdem ist es, als würden eure Augen immer wieder wie magisch vom Flimmerkasten angezogen. Dies liegt daran, dass unser Organismus von Natur darauf geeicht ist, „Warnmeldungen“ wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Die hektischen Bewegungen im Fernseher werden von unserem Körper als Gefahrensituation wahrgenommen, da hektische Bewegungen in der Natur immer Jagd, Flucht oder Feuer bedeuten. Dadurch wird unsere Aufmerksamkeit immer wieder in diese Richtung gelenkt. Nicht anders ist es auch beim Schmerz. Solange er nicht da ist, ist es leicht zu sagen, dass man sich auf etwas anderes konzentrieren sollte. Taucht er jedoch auf und dies vielleicht sogar mit einer starken Intensität, wird euer Fokus automatisch davon angezogen. Kommt nun noch Angst mit hinzu, ist es fast unmöglich, den Fokuspunkt wieder auf etwas anderes zu lenken und sich nicht in ihn hineinzusteigern. Daher ist es hilfreich, zum einen die Angst vor dem Schmerz so gut wie möglich aufzulösen und sich zum anderen Schrittweise an den Umgang mit Schmerz heranzutasten.

Einen intensiveren Konzentrationspunkt erschaffen

Wenn der Schmerz so intensiv ist, dass es euch einfach nicht gelingen will, euch auf etwas anderes zu konzentrieren, könnt ihr euren inneren Fokus mit einem Trick überlisten. Unserem Gehirn fällt es stets am leichtesten, sich auf den intensivsten Impuls zu konzentrieren. Fahrt ihr beispielsweise im Auto, habt leise das Radio an und führt dabei ein Gespräch in normaler Lautstärke mit einer anderen Person, dann wird es euch leicht fallen diesem Gespräch zu folgen. Die leisen Lieder im Hintergrund nehmt ihr ebenfalls wahr, aber sie sind nicht präsent und haben keine Priorität in eurem Bewusstsein. Das Brummen des Motors, das Rauschen des Fahrtwindes und der Rollwiderstand eurer Reifen auf der Fahrbahn, verschwinden dahinter fast vollständig. Fahrt ihr hingegen alleine, wird die Musik zum präsentesten Fokuspunkt und ihr nehmt plötzlich jedes einzelne Lied genau wahr. Schaltet ihr das Radio aus, spürt ihr nun, wie laut eigentlich die Nebengeräusche sind. Natürlich könnt ihr euch auch während des Gesprächs auf den Motor konzentrieren, aber euer Fokus wird automatisch immer wieder auf die Unterhaltung zurück gelenkt werden.

In Bezug auf die Schmerzen bedeutet dies, dass euer Fokuspunkt immer zur intensivsten Wahrnehmung zurückspringen will und dies ist in der Regel der Schmerz. Sich beispielsweise auf den großen Zeh zu konzentrieren während man ein starkes Brennen auf dem Rücken verspürt ist also relativ schwierig. Um euch die Verlagerung des Fokuspunktes leichter zu machen, könnt ihr euch stattdessen etwas suchen, das ihr mit gleicher oder gar höherer Intensität wahrnehmen könnt, als den Schmerz. Ich selbst habe es in zwei unterschiedlichen Varianten ausprobiert und immer mal die eine und mal die andere als hilfreicher empfunden:

Konzentration auf den Atem

Unser Atem ist eines der hilfreichsten Werkzeuge um einen Fokuspunkt zu setzen. Nicht umsonst wird er seit Urzeiten in nahezu allen Kulturen genau zu diesem Zweck in Meditationen eingesetzt. Konzentriert euch also ganz bewusst auf euren Atemrhythmus und beobachtet, wie die Luft in eure Lunge hinein und wieder aus ihr hinaus strömt. Dadurch legt ihr automatisch auch den Fokus auf den Gegenwärtigen Augenblick, so dass Gedankenkonzepte, die Angst verursachen können, verblassen. Dadurch nimmt, wenn es euch gelingt, automatisch auch die Schmerzintensität ab.

Alle Sinne auf einen Punkt bündeln

Den Schmerz nehmt ihr meist nur über das Fühlen wahr, was bedeutet, dass hier nur ein einziger Sinneskanal angesprochen wird. Um einen intensiveren Konzentrationspunkt zu erschaffen, könnt ihr euch etwas suchen, auf dass ihr euch mit allen Sinnen gleichzeitig konzentrieren könnt. Für mich war dies meine Nase. Die Nase hat den Vorteil, dass ihr mit ihr riechen und atmen könnt. Ihr könnt euch also schon einmal auf euren eigenen Atem konzentrieren, was ein sehr starker Konzentrationspunkt ist, und gleichzeitig euren Geruchssinn fokussieren. Zudem könnt ihr wenn ihr eure Augen nach innen richtet sogar die Spitze eurer Nase sehen. In den meisten Fällen jedenfalls. (Keine Angst, die Behauptung, dass die Augen durch bewusstes Schielen irgendwann in der Mitte stehen bleiben ist ein Ammenmärchen und basiert auf keiner Grundlage). Die Augen sind unsere dominantesten Sinnesorgane und funktionieren daher als Fokusweiser. Wenn wir uns mit den Augen auf einen Punkt konzentrieren, dann richten sich auch all unsere anderen Sinne darauf aus. Und schließlich könnt ihr noch mit den Fingern über eure Nase streichen, so dass ihr auch euren Tastsinn auf diesen Punkt konzentriert. Da das Streichen wie auch euer Atem ein Geräusch macht, nehmt ihr nun also eure Nase mit allen Sinnen wahr. Ich gebe zu, diese Technik sieht etwas komisch aus, aber sie funktioniert und darum geht es ja schließlich. Andere Punkte auf die ich meine Sinne bündeln konnte waren meine Schläfen, mein Kinn und meine Hände.

Einen noch stärkeren Schmerz erzeugen

Man sagt das immer so flapsig daher, dass man sich beispielsweise auf den Fuß treten soll, wenn man Kopfschmerzen hat, damit man diese vergisst. Aber das Prinzip funktioniert wirklich. Es mag am Anfang etwas widersinnig klingen, da man mit dieser Technik seine Schmerzen unterm Strich nicht senkt sondern erhöht. Ich habe jedoch festgestellt, dass man mit Schmerzen, die man sich selbst zufügt und von denen man weiß, dass man sie kontrollieren und jederzeit beenden kann, deutlich besser umgehen kann, als mit Schmerzen, die von außen erzeugt werden. Vor allem, wenn ihr Angst vor Schmerz, bzw. vor dem Kaputtgehen daran habt, ist diese Technik hilfreich, weil ihr den eigenen Schmerzpunkt nun an eine Stelle legen könnt, bei der ihr wisst, dass sie ungefährlich ist. Ich selbst habe dabei gerne Reflexzonenpunkte verwendet. Über diese kann man sehr leicht einen intensiven Schmerzimpuls auslösen, während man aber sicher weiß, dass dies heilsam und nicht schädigend ist. Als gut geeignet fand ich beispielsweise den Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger, der einen kleinen Hügel ergibt, wenn man die beiden Finger nebeneinander hält. Er ist mit dem Kopf und Nackenbereich verbunden, hilft dabei Verspannungen in diesem Bereich zu lösen und tut bereits bei verhältnismäßig leichtem Druck sehr stark weh. Ebenfalls sehr effektiv empfand ich das Kneifen in die Oberschenkel. Bei den meisten Menschen in unserer Gesellschaft, wie auch in meinem Fall, befindet sich hier direkt unter der Haut eine Fettschicht, die mit dem Bindegewebe verbacken ist und in der der Körper Giftstoffe einlagert, die er nicht ausscheiden oder verarbeiten kann. Durch intensives Kneifen in die Haut werden die Faszien gelöst, wodurch das Fett abgebaut und die Giftstoffe verarbeitet und ausgeschieden werden können. Wenn man die Beine großflächig auf diese Weise bearbeitet, nennt man es Lymphmassage. Auch dies ist heilsam und schmerzhaft zugleich.

Sobald man nun den selbst erzeugten Schmerzpunkt fühlt, kann man seine Konzentration darauf lenken, wodurch der zweite, unkontrollierbare Schmerz verblasst und in den Hintergrund gerät. Mit der Zeit kann man dann den eigenen Schmerz schwächer werden lassen, bis er vielleicht nur noch die Intensität des zu überwindenden besitzt, oder gar schwächer sein kann.

3. Den Fokus auf die Nichtexistenz des Schmerzes legen

Diese Variante ist die anspruchsvollste, da ihr euch nun direkt auf den Schmerz konzentriert und ihm euch stellt, anstatt ihn durch eine Fokusverlagerung zu umgehen. Dies funktioniert, wenn der Schmerz gut aushaltbar ist und man wenig bis keine Angst vor ihm hat.

Anstatt wie zuvor euren Atem auf eure Nase oder einen anderen schmerzfreien Punkt zu lenken, atmet ihr nun ganz gezielt in den Schmerz hinein. Entspannt euch und nehmt den Schmerz dabei ganz bewusst wahr. Versucht nun jedes Detail und jede Nuance zu fühlen und ihn genau zu beobachten. Wenn einem dies gelingt verhält es sich mit dem Schmerz ähnlich wie mit der Angst: Er verliert zunächst seinen Schrecken und tritt aus dem Schatten des dubios Negatives ins licht einer objektiven Betrachtung. Nun kann man ihm Fragen stellen: Weist du mich auf eine Gefahr hin, die ich beachten soll? Gibt es also etwas, das ich jetzt tun muss, damit du gehen kannst? Habe ich eine akute Verletzung, eine Krankheit, eine Entzündung oder etwas ähnliches? Oder gibt es einen anderen Grund aus dem du da bist? Ein winziger Nadelstich von kaum mehr als einem Millimeter Tiefe, wie er beispielsweise beim Tätowieren erzeugt wird, stellt kaum eine ernste Bedrohung dar. An einer anderen Stelle wäre er vielleicht nicht einmal spürbar. Die Fragen lauten in diesem Fall daher: Weist du mich auf Lebensthemen, Blockaden, oder ähnliches hin? Stehst du in Verbindung mit einer Reflexzone, die mich auf eine körperliche Einschränkung an einer ganz anderen Stelle hinweist?

Durch diese und ähnliche Fragen erkennen wir, dass der Schmerz ein wichtiger Hinweisgeber, ein Wegweiser ist. Er ist also nichts Negatives, sondern lediglich ein Bote.

Wenn ich seine Botschaft verstanden habe, kann ich weiter fragen: Bist du real? Nein! Das ist Schmerz nie! Hast du noch einen nutzen? Brauche ich dich noch, oder habe ich bereits alles erkannt, das es zu erkennen gilt?

Nun kann ich ihn bewusst abklingen lassen, wie ich ein Radio leiser und lauter drehen kann. Je mehr ich mich entspanne und je mehr ich weiß, dass es den Schmerz nicht gibt, desto weniger schlimm wird er, bis er schließlich nahezu oder vollständig verschwindet.

Diese Technik klappt meist bis zu einem bestimmten Grad an Schmerzintensität. Wenn diese überschritten wird, gelangt man schnell in eine Panikzone, verkrampft und spürt nur noch, dass sich der Schmerz verdammt real anfühlt. In diesem Fall ist es dann besser, sich wieder auf einen Schmerzfreien Punkt zu konzentrieren. Mit der Zeit könnt ihr den Bereich, in dem ihr durch den Schmerz hindurch fühlen und ihn als nicht existent erkennen könnt, jedoch immer mehr erweitern.

Allgemeine Konzentrationsfähigkeit erhöhen

Das A und O bei der mentalen Schmerzüberwindung ist die Konzentrationsfähigkeit. Je besser es uns gelingt, einen bewusst gesetzten Fokus zu halten, ohne dabei abzudriften oder uns ablenken zu lassen, desto mehr Einfluss haben wir auf unsere Schmerzwahrnehmung. Ich habe es daher als sehr hilfreich empfunden, meine Konzentrationsfähigkeit durch verschiedene Methoden zu unterstützen und zu erhöhen. Dazu zählten unter anderem die folgenden:

Gut für sich sorgen

Spürt regelmäßig in euren Körper hinein und fragt ihn was er benötigt um fit und ausgeglichen zu sein. Je besser es euch und eurem Körper geht, desto leichter fällt es euch auch, eure Konzentration zu halten. Achtet also darauf, dass ihr ausreichend trinkt (mindestens 3 Liter Wasser am Tag), dass ihr euch ausgeschlafen und wach fühlt, dass ihr euch regelmäßig lockert und entspannt und dass ihr euch ausgewogen und gesund ernährt. Je nachdem, was der Grund für den Schmerz ist, den ihr überwinden wollt, klappt dies natürlich nicht immer. Alles, was ihr in diesem Zusammenhang einhalten könnt, wird euch die Sache aber einfacher machen.

Positionswechsel

Für mich selbst habe ich herausgefunden, dass es Positionen und Körperhaltungen gibt, in denen einem die Konzentration leichter und andere in denen sie einem schwerer fällt. Dass es in fast allen Kulturen brauch ist, eine Meditation oder ein Gebet auf den Knien, im Schneider-, bzw. Lotussitz oder aber im Stehen durchzuführen und nicht in einer normalen Sitzposition auf einem Stuhl, ist kein Zufall. Diese Positionen erleichtern es uns aus irgendeinem Grund, unseren Fokus beizubehalten und wach, klar und aufmerksam zu bleiben.

Energiefluss im Körper anregen

Ein häufiger Grund dafür, dass es uns schwer fällt uns zu konzentrieren, sind energetische Blockaden oder ein generell niedriges Energielevel in unseren Meridianen und Schakren. Dies kann man durch einige einfache Übungen zumindest kurzfristig ausgleichen, und so den eigenen Energiefluss wieder anregen. Besonders effektiv ist dabei das Beklopfen der Thymus-Drüse. Sie liegt in der Mitte unseres Brustbeins etwa eine Faust breit unterhalb der obersten Rippenbögen. Wenn ihr merkt, dass eure Konzentrationsfähigkeit nachlässt, könnt ihr diesen Punkt für dreißig bis sechzig Sekunden mit der Faust beklopfen. Hilfreich ist es auch, sich dabei laut oder in Gedanken ein positives Mantra vorzusagen, das man in diesem Moment als besonders Kraftvoll empfindet. „Ich bin konzentriert, wach und aufmerksam!“ zum Beispiel, oder was immer euch gerade in den Sinn kommt.

Die Technik des Thymus-Drüsen-Klopfens zur Steigerung der Konzentration, der Wachsamkeit und des Energieflusses ist übrigens älter als die Menschheit. Sie wird unter anderem auch von Gorillas angewandt, wenn sie sich mit den Fäusten auf die Brust trommeln.

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