Über die Brücke in die Freiheit wandern

Unterhaltsame Bücher für eine lange Reise

Wenn jemand eine Reise tut… wusste schon der Dichter Matthias Claudius im 18. Jahrhundert zu sinnieren, so gibt es am Ende einiges zu erzählen. Aber nicht nur die Erzählungen der Reise selbst sind für viele Urlaubern etwas, auf das sie ihre Aufmerksamkeit richten, sondern auch die Erzählungen, die auf eine Reise mitgenommen werden. Die Rede ist von der richtigen Reiselektüre.

Wir haben bisher noch nicht viel über die Bücher gesprochen, die uns auf unseren Wegen begleiten und uns inspirieren, lediglich einen Bericht über ein Buch von Peter Wohlleben haben wir im letzten Jahr vorgestellt. Es hat uns eine faszinierende, neue Perspektive in das Leben der Bäume gegeben und war eine der Inspirationen, die zu unserem eigenen Buch über die natürliche Heilkraft der Bäume geführt hat.

Neben wissenschaftlicher und informativer Lektüre hat aber auch die Fiktion eine große Bedeutung für uns und so gibt es einige Bücher, die es, wie wir finden, besonders Wert sind, gelesen zu werden. Es existieren viele tausende Listen darüber, was nun die wichtigsten, einflussreichsten oder lesenswertesten Bücher sind; auf dieser Seite wollen wir daher unsere eigene Liste vorstellen, die all die Bücher enthält die uns entweder geprägt haben oder die wir für großartige Werke halten.

Der Prozess – Franz Kafka

Unvollendet und doch unsterblich bleibt für uns „Der Prozess“ von Franz Kafka. Die Geschichte von Josef K., der eines Morgens ohne einen ihm bekannten Grund verhaftet wird und der sich in der Folge zwar noch frei bewegen kann, aber immer mehr in Kontakt mit einem Labyrinth aus undurchsichtiger Bürokratie gerät, ist im typisch kafkaesken Stil unser Lieblingswerk des Tschechen. Im gesamten Romanfragment bleibt unklar, wer dieses mysteriöse Gericht ist, welches ihn verurteilt hat und je länger Josef K. erfolglos nach dem Warum sucht, desto tiefer verliert er sich in einer surrealen Schuld und in daraus resultierenden Konsequenzen.

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Der Spieler – Fjodr M. Dostojewski

Die großen, klassischen russischen Autoren sollten ebenfalls gelesen werden. Besonders empfehlenswert sind an dieser Stelle die Werke Fjodr Michailowitsch Dostojewskis, Autor der weltbekannten literarischen Klassiker „Schuld und Sühne“ und „Der Idiot“. Gerade weil er uns so an unsere eigene Risikofreude beim Reisen erinnert, empfehlen wir an dieser Stelle seinen Roman „Der Spieler“. Man kann die Arbeitsweise von Dostojewski aus heutiger Sicht nur bewundern. So diktierte er den Roman seiner Stenographin innerhalb von nur 26 Tagen.

Gespickt von einem feinen und teils absurden Humor wird von dem Hauslehrer Alexéj im Hause eines Generals erzählt, der die Geschehnisse, Liebschaften und Intrigen verschiedener verwobener Protagonisten beschreibt. Das Ganze spielt im Kurort Roulettenburg und hat wie der Name dieses Ortes sowie des Romans schon andeuten, viel mit Roulette und dem Spielen an sich zu tun. Dostojewski war generell dem Roulette gegenüber sehr zugetan und spielte in der Region selbst. Dieser autobiografische Aspekt macht unserer Meinung nach seinen Roman „Der Spieler“ besonders lesenswert. Ob das genannte Casino im Roman an das Casino in Wiesbaden, Baden-Baden oder doch in Bad-Harzburg angelegt ist, bleibt unbekannt. Fakt ist jedoch, dass die Spiel-Thematik auch von anderen bekannten russischen Autoren aufgegriffen wurde. Wer für die Themen zugänglich ist, wird hier sicher noch weitere passende Reiselektüre finden.

Wegweiser nach Santiago

Wegweiser nach Santiago

Ich bin dann mal weg – Hape Kerkeling

Eine fabelhafte Geschichte vom Reisen sind die Erzählungen von Hape Kerkeling auf seinem Weg nach Santiago de Compostela. Auch wenn viele vielleicht denken, dass das Buch bereits genug Aufmerksamkeit erhalten hat, so ist diese vollkommen angemessen. Noch heute hat das Werk nichts an seinem Humor und seiner Tiefgründigkeit verloren. Dank Kerkeling hat sich zudem zumindest die Zahl der deutschen Pilger stark vergrößert und das Wandern allgemein ist zu unserer Freude stark in den Fokus vieler Menschen gelangt.

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Der kleine Prinz – Antoine de Saint-Exupéry

„Der kleine Prinz“ feiert dieses Jahr 75-lähriges Jubiläum und wurde weltweit in 180 Sprachen übersetzt. Das Werk wird international als ein Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit verstanden und ist mit seiner tiefen Philosophie kein Buch nur für die Kleinen. Erst Anfang dieses Jahres war es wieder in der Presse, nicht wegen des Jubiläums, sondern weil der türkische Journalist Deniz Yücel in Haft auf dessen Seiten sowohl Hoffnung als auch viel Platz für eigene Notizen gefunden hatte. Wie der Protagonist des Buches sind auch wir weltweit auf Reisen und auch wenn uns der kleine Prinz noch nicht selbst begegnet ist, so tragen wir seine Weisheiten stets bei uns auf unseren Wegen.

Der blaue Lotus – Hergé

Während viele Listen einflussreicher Bücher Romane und große klassische Werke enthalten, können auch andere Formen von Literatur einen großen künstlerischen Wert besitzen. Deshalb möchten wir auch „Der blaue Lotus“ von Hergé mit in diese Liste aufnehmen. Dieser Comic von Tim und Struppi stellte den Wendepunkt dar: von den frühen Geschichten Hergés zu seinem akribisch recherchierten und kritischen Spätwerk.

Der blaue Lotus zeichnet sehr eindrucksvoll die gesellschaftlichen Verhältnisse zwischen Chinesen und Japanern zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach und verflechtet dies in einer Geschichte, die für jedermann ansprechend ist. Das macht es, wie auch die anderen genannten Bücher, zu großer Literatur, nicht nur übers sondern auch auf Reisen.

(Bereits 41 mal gelesen, heute 2 mal)

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