Schamanische Ausbildung: So wirst du ein Schamane!

Was ist Schamanismus?

Der Begriff „Schamanismus“ hat heute eine sehr starke Färbung bekommen, die ihm nicht wirklich gerecht wird. Unter einem Schamanen stellen wir uns meist eine lustig esoterische Mischung aus Voodoo-Priester und indianischem Medizinmann vor, der trommelnd um ein Feuer tanzt und Geister beschwört. Dieses Bild kommt vor allem daher, dass in den letzten Jahrzehnten unwahrscheinlich viel Halbwissen über ein äußerst komplexes und vielseitiges Thema in Umlauf gebracht wurde. Denn anders, als wir es heute im Allgemeinen glauben, hat ein Schamane nur wenig mit Esoterik zu tun. Im Gegenteil, um schamanisch arbeiten zu können ist es wichtig, sehr stark verwurzelt und bodenständig zu sein. Schamanismus ist kein Hokus-Pokus, der jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt, sondern viel mehr ein tiefes Wissen über die fundamentalsten Zusammenhänge des Lebens und der Natur.

Die Natur bildet eine allumfassende Einheit, sie ist ein einziges, lebendiges Wesen.

Die Natur bildet eine allumfassende Einheit, sie ist ein einziges, lebendiges Wesen.

Das Wort Schamane stammt dabei aus Sibirien und bedeutete hier nichts anderes als Heiler. Heute ist dieser Begriff sehr weit verbreitet und hat im Laufe der Zeit viele verschiedene Bedeutungen bekommen. Im Wesentlichen umfasst „Schamanismus“ dabei inzwischen jede Form von Naturheilung, die irgendwo auf der Welt praktiziert wird. Die Schwierigkeit, die das Wort mit sich bringt besteht darin, dass es sowohl für Heiler verwendet wird, die in einem Naturclan aufgewachsen sind und seit ihrem ersten Lebensjahr intensiv auf die Aufgaben eines Heilers vorbereitet werden, als auch für Europäer, die ihr Heilwissen in einem Wochenendkurs gewonnen haben. Ich will damit nicht sagen, dass es unter den europäischen Schamanen nicht auch viele gibt, die hervorragende Heilarbeit leisten. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es hier durchaus große Unterschiede gibt und dass es gerade dieses über einen Kamm Scheren ist, was dem Schamanismus den Beigeschmack der Unfundiertheit eingebracht hat.

Der Stammesälteste - Häuptling und Schamane

Der Stammesälteste – Häuptling und Schamane

Schamanismus selbst ist dabei weder eine Religion, noch eine bestimmte Heilungsform. Es ist vielmehr ein Lebensweg, der einen zu den Fundamenten des Universums und der Wirklichkeit führt. In den nativen Völkern ist ein Schamane immer auch ein Philosoph, ein Wissenschaftler, ein Abenteurer, ein Grenzgänger, ein Krieger und ein Jäger. Er ist ein Suchender, der hinter die Fassaden des offensichtlichen Blickt um zu erkennen, wer er wirklich ist. Seine Aufgabe ist es, selbst zu erwachen, zum Schöpfer und Gestalter der Wirklichkeit zu werden und andere auf diesem Weg zu unterstützen.

Was ist ein Schamane?

Fast alle wirklichen Heiler und Schamanen haben irgendwann in ihrem Leben eine Nahtoderfahrung gemacht und sind so in gewisser Weise durch den Tod gegangen um dann als Heiler wieder neu zu entstehen. Er kennt also sowohl die diesseitige, als auch die jenseitige Welt und kann daher mit beiden umgehen und arbeiten. In unserer Vorstellung von Heilung ist es meist unser höchstes Ziel, den Tod irgendwie von einem Patienten fernzuhalten. Selbst wenn wir ihn dafür in ein künstliches Koma versetzen und nur über Schläuche und Beatmungsmaschinen am Leben halten müssen. In einer natürlichen, ganzheitlichen Betrachtung hingegen, kann der Tod durchaus auch ein Schritt auf dem Weg zur Heilung, vielleicht sogar die Heilung selbst sein. Dies bei einem Patienten zu erkennen und ihn diesen Schritt guten Gewissens und ohne jede Angst gehen zu lassen, setzt voraus, dass man den Tod kennt und ihn bereits selbst erlebt hat.

Der Tod spielt im Leben eines Schamanen eine wichtige Rolle.

Der Tod spielt im Leben eines Schamanen eine wichtige Rolle.

Das Beispiel zeigt, dass unsere Vorstellung von einem Schamanen nicht unbedingt mit dem übereinstimmt, was einen solchen Heiler wirklich ausmacht. Die Idee, ein Schamane zu werden, in dem man irgendwo eine Ausbildung besucht oder ein paar Bücher liest, ist also etwas naiv. Man kann auf diese Weise vielleicht ein Therapeut werden, der einige Heilerfolge erzielen kann, was durchaus nicht verkehrt ist. Doch ein echter Schamane ist noch einmal eine ganz andere Kategorie. Wir selbst befassen uns nun bereits seit über 12 Jahren mit diesem Thema, leben die letzten davon als Nomaden ohne Geld, haben verschiedene Medizinleute besucht um von ihnen zu lernen, und haben uns über viele Jahre hinweg intensiv mit dem Thema „Leben in der Natur“ beschäftigt und doch würde ich nicht sagen, dass ich bislang mehr als ein hundertstel Prozent von dem gelernt oder erkannt habe, was es hier zu erkennen und zu lernen gibt. Heiko steht nun vielleicht bei einem Zehntel Prozent.

Was zeichnet einen Schamanen aus?

Bereits vom Beginn seines Lebens an trainiert und schult er seine Sinne, so dass er jedes noch so kleine Detail in seiner Umgebung wahrnehmen kann. Er ist sensibel auf allen Kanälen, sowohl im physischen wie auch im energetischen Bereich und spürt jede Veränderung in seinem Umfeld. Auf diese Weise ist er auch mit allem verbunden und kann mit jedem Wesen kommunizieren. Mehr noch, er weiß, und das nicht nur in der Theorie, sondern aus seiner tiefsten Überzeugung und aus seiner eigenen Erfahrung, dass er jedes Wesen selber ist. Alles ist eins. Es gibt nur ihn und somit kann er auch auf alles um sich herum Einfluss nehmen. Wenn er im australischen Outback Wasser braucht, dann findet er es nicht, weil er Glück hat, er findet es, weil er selbst die Quelle ist. Für ihn ist die Frage nach Wasser also nicht anders als die Frage, wo sich sein rechter, großer Zeh befindet. Auf die gleiche Weise erkennt er auch Krankheiten, Blockaden und Probleme, deren Heilung und Lösung er anstößt.

Aufmerksamkeit ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Schamanen.

Aufmerksamkeit ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Schamanen.

Ein Schamane ist zudem ein Wandler zwischen den Welten. Im Buddhistischen wird davon ausgegangen, dass es das höchste Ziel ist, ins Nirvana also in das formlose Sein, bzw. den Zustand der vollständigen Leere zu gelangen. Ein Naturheiler sieht dies etwas anders. Das Nirvana oder auch Void ist eine Ebene von vielen Weltebenen, oder besser Bewustseinsebenen. Es ist die Ebene der Urquelle also letztlich die Ebene von Gott. Hier sind wir alles und nichts und hier erkennen wir auch, dass alles, was wir in diesem Leben für real gehalten haben, lediglich eine Geschichte ist, die wir als Gott für uns selbst geschrieben haben. Doch es ist nicht unser Ziel, ins Nirvana zu gelangen und dort zu bleiben, sondern stets zwischen allen Ebenen hin und her zu wandeln um stets dort zu sein, wo wir am meisten ausrichten können.
Und letztlich ist ein Schamane stets auch ein Wahrheitssprecher. Um heilen zu können muss er sich mit der eigenen Geschichte auseinander setzen und seine eigenen Masken ablegen, so dass er ganz er selbst werden kann. Gleichzeitig hilft ihm jede Heilung im Außen dabei, stärker zu sich selbst zu finden. Da alles eins ist, ist jede Heilung eines anderen immer auch eine Heilung von sich selbst.

Welche Aufgaben hat ein Schamane?

So sehr wie sich die Schamanen auf der ganzen Welt unterscheiden, so sehr unterscheiden sich auch ihre Aufgaben. Generell geht es jedoch stets darum, zu erkennen, was sich noch nicht im Licht befindet und daher Hilfe oder Heilung benötigt und dann die nötigen Impulse zu setzen, so dass eine Entwicklung stattfinden kann.

Nur wenn die Natur auf den Schamanen reagiert, ist es ein echtes Ritual.

Nur wenn die Natur auf den Schamanen reagiert, ist es ein echtes Ritual.

Ein Schamane heilt nicht in dem Sinne, dass er einen anderen gesund macht. Er ist viel mehr ein Spiegel, in dem sich der andere klar erkennen kann, so dass er von sich aus heilt. Er ist ein Kanal, durch den die universelle Urenergie der Liebe fließt, so dass sie dort wirken kann, wo sie wirken will. Und er ist ein Impulsgeber, der kleine Steinchen anstößt, die ins Rollen kommen und schließlich eine Lawine der Veränderung auslösen.
Dabei erstrecken sich die konkreten Aufgaben vor allem auf die folgenden Bereiche:

  • Diagnose
  • Heilung
  • Geburtsvorbereitung / Geburtshilfe
  • Trauerarbeit, Verlustbewältigung
  • Trauma-Arbeit
  • Angstbewältigung
  • Seelenrückführung
  • Erdheilung / Platz hüten
  • Wissen zusammentragen
  • Welten wandeln

Die Ausbildung: Wie kann ich Schamane werden?

Wie ihr euch nun vielleicht denken könnt, wird man nicht einfach mal eben so ein Schamane, weil sich das im Lebenslauf gut machen würde. Es ist kein Beruf in dem Sinne, für den man eine dreijährige Schamanismus-Ausbildung oder ein Universitätsstudium absolviert, dann ein Zertifikat „staatlich geprüfter Schamane“ bekommt und sich von nun an Diplom Schamane nennt. Tatsächlich gibt es „schamanische“ Ausbildungen dieser Art und tatsächlich gibt es auch einige Menschen, die sich aufgrund eines solchen Zertifikats Schamanen nennen. Anders als Notar, Anwalt oder Doktor ist der Titel Schamane in unserem Rechtssystem nicht geschützt. Jeder dem danach ist kann sich also Schamane nennen, selbst wenn er dafür nur eine halbe Stunde lang an den Fingernägeln gekaut hat. Wer jedoch wirklich ein Schamane werden will und nicht nur auf der Suche nach einer werbewirksamen Beschriftung seiner Praxistür ist, begibt sich damit auf einen lebenslangen Weg, der ihn weit über die Grenzen dessen führen wird, was er jemals für Möglich gehalten hat und auch in diesem Moment für möglich hält. Es ist ein Weg ins eigene Innere, auf dem man sich mit jeder Schattenseite auseinandersetzt, die man irgendwo im dunklen Leichenkeller seiner Seele vergraben hat. Es ist ein Weg, der alles von einem abspaltet, das nicht wirklich zu einem gehört.

Schamane werden bedeutet, das alte Leben und alle alten Grenzen hinter sich zu lassen.

Schamane werden bedeutet, das alte Leben und alle alten Grenzen hinter sich zu lassen.

Dies betrifft Verhaltensweisen, Angewohnheiten und Überzeugungen ebenso wie soziale Kontakte, Besitztümer, Orte und vieles mehr. Es ist ein Weg, auf dem man immer wieder an Grenzpunkte kommt, an denen man gefragt wird, ob man es wirklich ernst meint und ob man diesen Weg tatsächlich weiter gehen will. Es sind Punkte, an denen es oft kein zurück mehr gibt, wenn man sie einmal überschritten hat. Um Schamane zu werden muss man ins vollkommene Urvertrauen kommen. Es reicht nicht, die Idee zu haben, dass es einen Sinn im Leben gibt, dass alles eins ist und dass alles stets so sein soll, wie es ist. Man muss es aus tiefster Überzeugung wissen, fühlen und spüren. Jeder Grenzpunkt, den man übertritt ist dabei eine neue Prüfung, um tiefer in dieses Vertrauen und in seine eigenen Fähigkeiten zu kommen. Es kann sein, dass diese Wendepunkte auf dem Weg zum Schamanen-Sein unvermittelt und ungeplant kommen. Vielleicht in Form einer unvorhersehbaren Situation in die man hinein gerät, vielleicht in Form einer Krankheit oder eines Unfalls, vielleicht auch durch eine neue Verbindung, die man eingeht. Heiko beispielsweise bekam an einem seiner ersten Grenzpunkte einen Tinnitus geschenkt, der ihn fast in den Selbstmord trieb. Es dauerte seine Zeit, bis er dies als Geschenk ansehen konnte und bis er verstand, dass es eine Art der Kommunikation mit anderen Welten war, über die er viele Informationen bekommen konnte, die ihm sonst verwehrt geblieben wären. Das Piepen, war keine Krankheit, sondern viel mehr eine noch unkalibirerte Frequenz, ähnlich wie man ein neues Radio erst einstellen muss, damit man nicht nur rauschen hört.

Schamanische Initiationsrituale können die Grenzen zwischen Leben und Tod verschwimmen lassen

Schamanische Initiationsrituale können die Grenzen zwischen Leben und Tod verschwimmen lassen

Es kann aber auch sein, dass diese Grenzübertritte ganz bewusst gewählt werden, als sogenannte Initiationsrituale. Als solche sind sie feste Bestandteile der Schamanenausbildung, wobei es auch hier bedeutende Unterschiede gibt. In unseren westlichen Ausbildungen finden solche Initiationsrituale meist in Form einer Visionssuche statt, bei der man für einige Stunden, teilweise auch für ein oder zwei Tage an einem Baum im Wald sitzt und sich auf sich selbst besinnt. Gerade wenn wir normalerweise nur wenig Kontakt zur Natur haben, kann dies ein wichtiger Anfang sein, um überhaupt in diese Richtung zu gehen. Es ist jedoch nicht mit einem Initiationsritual bei einem Naturvolk vergleichbar. Bei den Inuit beispielsweise besteht eines dieser Rituale darin, dass der Schüler mit verbundenen Augen eine Distanz von 100 Metern unter dem Eis hindurch tauchen und dabei intuitiv das Ausgangsloch finden muss. Ein anderes Ritual ist es, mit schweren Steinen beschwert für 3 bis 7 Tage in einem eiskalten Fluss zu liegen und dabei nur durch einen Pflanzenhalm zu atmen. Um das zu überleben muss man die vollkommene Kontrolle über seinen Körper und seinen Geist haben. Ihr merkt also, es gibt durchaus unterschiedliche Arten von Ausbildungen in diesem Bereich.

Nur durch die perfekte Verbindung zur eigenen Intuition kann der Schana seinen Weg finden.

Nur durch die perfekte Verbindung zur eigenen Intuition kann der Schana seinen Weg finden.

Dieses bedeutet jedoch nicht, dass man kein Schamane werden kann, wenn man nicht in einem Einheimischen-Klan aufgewachsen ist. Es ist nur wichtig zu verstehen, was es bedeutet, diesen Weg zu gehen und dass man in unserer Gesellschaft selbst mit den besten Ausbildungen und den weisesten Mentoren lediglich die ersten Schritte gehen kann. Wenn ihr ein Schamane werden wollt, oder tief in euch spürt, dass ihr dazu berufen seid, dann gibt es viele gute Leute, Schulen und Bücher, die euch das Losgehen erleichtern und euch dabei unterstützen können. Wohin euch dieser Weg aber letztlich führen wird, wird sich erst mit der Zeit ergeben und ihr werdet nur dann ein echter Schamane, wenn ihr dem Weg dorthin folgt. Das gute dabei ist, dass ihr, wenn ihr einmal den Start gemacht habt, von allen Seiten Unterstützung bekommen werdet. Sich für die Ausbildung zum Schamanen zu entscheiden bedeutet auch, sich zum Schüler der Natur und damit zum Schüler des Universums zu machen. Ihr werdet feststellen, dass es nicht in erster Linie die Menschen sind, von denen ihr lernen werdet, sondern viel mehr die Tiere, die Bäume, das Wetter, das Leben selbst. Das, was ihr in Büchern und auch in Schamanenausbildungen innerhalb von Deutschland, bzw. Europa lernen könnt, ist nicht wie ihr ein Schamane werdet, sondern viel mehr, wie ihr die Natur als euren Mentor annehmen könnt um euer Leben selbst zu einer Schamanenausbildung zu machen.

Was lerne ich auf dem Weg zum Schamanen?

Auf dem Weg zum Schamanen werdet ihr auf unterschiedlichsten Ebenen verschiedene Fertigkeiten und Fähigkeiten erlernen. Zunächst geht es dabei vor allem um die folgenden Schritte:

Sinneseröffnung:

Ein Schamane ist stets in seiner vollen Aufmerksamkeit und Präsenz.

Ein Schamane ist stets in seiner vollen Aufmerksamkeit und Präsenz.

Zu aller erst ist es wichtig, sich zu öffnen und wieder empfänglich für die Zeichen und Lehren der Natur zu werden. Wir leben in einer lauten, bunten und hektischen Zeit voller Reizüberflutungen, weshalb sich unsere Sinne weitgehend verschlossen haben. Kaum jemand hat noch einen Zugang zu seinen Mentalen Sinnen, mit denen er beispielsweise Auren sehen oder Energien spüren kann. Kaum jemand hat einen Bezug zu seiner Intuition und seiner inneren Stimme, durch die er immer und überall weiß, was der richtige Weg für ihn ist. All diese Fähigkeiten bekommen wir von Geburt an mit auf unseren Weg, doch wir legen sie in der Regel innerhalb unserer ersten Lebensjahre ab. Sie sind uns sogar so fremd geworden, dass wir sie als „Übersinne“ oder „übersinnliche Fähigkeiten“ bezeichnen, obwohl sie zu unserer Natur gehören. Die ersten Schritte auf dem Weg zum Schamanen bestehen also daraus, diese Sinne wieder zu öffnen, aufmerksam, wachsam, achtsam und sensibel zu werden, zu erkennen, was zu einem gehört und was nicht, feinfühlig, feinsichtig, feinhörig zu werden, die eigene Intuition wieder zu aktivieren und sich wieder mit dem eigenen Herzen und mit der Schöpfung selbst zu verbinden.

Wildnisfertigkeiten:

Afrikanischer Schamane beim Feuermachen.

Afrikanischer Schamane beim Feuermachen.

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, sich auf der ganz praktischen Ebene wieder in der Natur zurecht zu finden. Man kann nur dann von Tieren lernen, wenn man weiß wo und wie sie leben. Man kann nur dann heimisch in der Natur werden und mit ihr in einen intensiven Kontakt treten, wenn man sich in ihr zurecht findet. Wildnisfähigkeiten, Orientierung, Pflanzenwissen, Fährtenkunde und dergleichen mehr sind also ebenso Teil einer Schamanenausbildung wie die Entwicklung auf der spirituellen und geistigen Ebene.
Selbsterkenntnis: Und schließlich gehört auch die Erforschung des eigenen Geistes und der eigenen Person dazu. Die zentrale Frage lautet stets: „Wer bin ich wirklich?“ Nur wenn wir wissen wer wir sind und wer wir nicht sind, können wir auch wirklich hilfreich sein, da wir nur dann erkennen, was unsere Stärken, Talente und Aufgaben sind. Gerade dieser Teil kann einer der härtesten sein, denn er erfordert eine ehrliche Auseinandersetzung mit allen Ängsten, Traumata, Schwächen, Masken, Gefühlen und Glaubensmustern, die man aus gutem Grund so tief wie möglich vergraben hat.

Wahrheitsfindung:

Tarnung und Täuschung erkennen, auch sie nahezu perfekt ist.

Tarnung und Täuschung erkennen, auch sie nahezu perfekt ist.

Schamane zu werden, bedeutet die Grenzen zwischen den Welten aufzulösen und zu erkennen, was Wirklichkeit und was Illusion ist. Euch wird bewusst werden, dass vieles von dem, was ihr für wahr und unumstößlich gehalten habt nur ein Traum oder eine Idee war. Nichts, nicht einmal unser eigenes Leben ist das, was es zu sein scheint.

Beziehungen aufbauen:

Als Schamanen und Heiler sind wir stets mit allem verbunden, weil uns bewusst ist, dass es nur das eine gibt.

Starke Verbindungen mit allem aufbauen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Heiler.

Starke Verbindungen mit allem aufbauen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Heiler.

Je stärker wir uns von allem getrennt fühlen und je mehr wir glauben ein einzelnes, von anderen unabhängiges Wesen zu sein, desto machtloser und handlungsunfähiger sind wir, da wir uns selbst von allen Kraftquellen abschneiden. Alles ist eins, das bedeutet, dass wir alles Wissen, alle Kraft und alle Energie des Universums zur Verfügung haben. Wie ein Wassertropfen in einem Ozean sind wir ein Teil des Ganzen und es gibt keine Grenzen zwischen uns und der Außenwelt. Es sei denn, wir erschaffen uns diese Grenze durch unsere Überzeugung und schneiden uns somit von der Urquelle des Lebens, also von unserer eigenen Kraft ab. Schamane zu werden, bedeutet, diese selbst erschaffenen Grenzen wieder aufzulösen und sich wieder mit allem zu verbinden. Oder genauer ausgedrückt: Zu erkennen, dass man stets mit allem verbunden war. Je tiefer wir in diesen Bereich eintauchen, desto mehr stellen wir fest, dass alles mit uns kommuniziert und auf uns reagiert. Dies ist ein weiterer Punkt, der einen echten Schamanen von einem lustigen Trommelschwinger unterscheidet. Wenn bei einem Ritual eine Trommel benutzt wird, ohne dass der Trommler eine Verbindung zu seiner Umgebung hat, dann mag es sich vielleicht nett anhören und für einen außenstehenden auch beeindruckend aussehen, doch es hat als Ritual keine Kraft. Es ist nicht mehr, als ein Konzert und so heilsam, wie der Besuch eines Rockfestivals. Wenn es ein echtes, wirkungsvolles Ritual ist, dann reagiert die gesamte Umgebung darauf. Die Bäume, die Vögel, der Wind, die Insekten, die Tiere, das Wetter. Je stärker diese Reaktion ist und je mehr Wesen darin involviert sind, desto stärker ist auch das Ritual. Je intensiver also unsere Verbindung zu allem ist, das heißt, je stärker wir spüren, dass wir mit allem eins sind, desto wirkungsvoller wird auch unsere Arbeit als Schamane und Heiler sein.

Innere Klarheit, Fokussiertheit:

Nur wer einen klaren Fokus setzen kann, kann auch ins Erwachen kommen.

Nur wer einen klaren Fokus setzen kann, kann auch ins Erwachen kommen.

Wenn alles eins ist, dann bedeutet dies auch, dass die Welt grenzenlos ist. Alles, was wir uns vorstellen können ist möglich. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass wir nur dann etwas bewirken können, wenn wir eine klare Absicht haben. Wer aus einem Helikopter mitten in einen Ozean springt und sich einfach treiben lässt, ohne zu wissen, wohin er will, wird niemals irgendwo ankommen. Heilung, Entwicklung und Erwachen kann also nur dann stattfinden, wenn wir in uns eine Klarheit spüren und erkennen, was unser Weg ist. Je mehr wir also als Schamanen zu unserem wahren Sein finden, desto klarer wird auch unsere Absicht, die wir nach außen tragen und desto zielgerichteter wird unser wirken. Nur mit einer klaren Absicht und einem starken Fokus können wir uns in den unterschiedlichen Welten bewegen, ohne uns dabei zu verlieren.

Heilung und Selbstheilung:

Jede Reise zum Schamanen beginnt damit, sich selbst genau zu betrachten und die eigene Geschichte kennen zu lernen, um sich selbst zu heilen. Dies ist ein wichtiger Anfang, doch um wirklich gesund zu werden, muss man nach außen gehen und andere Heilen.

Ein Schamane besitzt große Heilkrat für sich selbst und für andere.

Ein Schamane besitzt große Heilkrat für sich selbst und für andere.

Innen ist außen. Alles ist eins. Das bedeutet, dass alles, was wir im außen sehen nur wieder ein Teilaspekt von uns selbst ist. Nur wenn wir uns diese Teilaspekte im außen genau betrachten und mit ihnen in eine heilende Verbindung gehen, können wir sie auch in unserem inneren erkennen und hier heil werden. Das Heilen anderer ist also ein direkter Weg der Selbstheilung und es öffnet die Türen für die eigene Kraft, die wir im Innen nie erkannt hätten. Je mehr Heilung wir im Außen ermöglichen, desto mehr erkennen wir, dass wir das außen sind und desto mehr verschwindet die Grenze zwischen und und dem Universum, so dass wir schließlich vollkommen eins mit allem werden. Oder besser: Das wir schließlich erkennen, dass wir schon immer eins mit allem sind.

Worauf muss ich bei der Wahl meiner Schamanenausbildung achten?

Schamane zu werden bedeutet zu lernen, sich auf die eigene Intuition zu verlassen und seinem Herzen zu folgen. Daher sind auch die Intuition und die innere Stimme die Instanzen, denen ihr letzlich die Wahl eurer Schamanenausbildung überlassen solltet. Spürt tief in euch hinein und beobachtet sowohl die Reaktionen in eurem inneren als auch im Außen? Welche Gefühle kommen in euch auf? Welche Körperreaktionen? Wie reagiert das Wetter, wenn ihr in Kontakt mit einer Schamanen-Schule tretet? Wie die Tiere? Die Bäume? Was ist euer erster Impuls? Wichtig dabei ist jedoch, dass ihr zwischen Intuition und Bauchgefühl unterscheidet.

Die Intuition ist direkt mit eurem höheren Selbst verbunden, das Bauchgefühl hingegen vor allem mit den Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben. Es gibt uns daher oft den Impuls etwas nicht zu tun, nicht weil dies tatsächlich die richtige Entscheidung ist, sondern weil wir Angst haben. Wenn ihr bei der Wahl einer Schule spürt, dass eine Angst in euch aufkommt, weil ihr glaubt, dass dabei Dinge auf euch zukommen werden, von denen ihr nicht wisst, ob ihr sie bewältigen könnt, dann ist dies eher ein Zeichen dafür, dass ihr hier richtig seid.

Es kann sogar sein, dass ihr euch gleich beim Erstkontakt über irgendetwas aufregt oder so sehr mit dem potentiellen Lehrer in Resonanz geht, dass ihr ihm am liebsten eine überziehen würdet. Dies kann durchaus ein sehr gutes Zeichen sein, denn meistens sind es die Dinge, die uns am meisten voranbringen, mit denen wir am stärksten in Resonanz gehen.

Wenn ihr hingegen das Gefühl habt, die Ausbildung wird für euch ein Kinderspiel und ihr werdet dort eine schöne und entspannte Zeit haben, dann ist es wahrscheinlich nicht die Schule eurer Wahl. Es mag stimmen, ihr werdet wahrscheinlich eine gute Zeit haben, aber ihr werdet danach keinen Schritt weiter auf dem Weg zum Schamanen sein. Ein guter Mentor ist immer auch ein Wahrheitssprecher, das heißt er muss in der Lage sein, euch Dinge zu sagen, die ihr nicht hören wollt und die euch vielleicht sogar so sehr verärgern, dass ihr ihn dafür hasst und die Ausbildung hinschmeißt.

Wenn ihr das Gefühl habt, dass der Mentor dazu bereit ist, dass es ihm also wichtiger ist, euch auf eurem Weg weiter zu bringen, als euch als Schüler zu behalten, dann habt ihr einen absoluten Glücksgriff gelandet.

Welcher Rahmen eignet sich am besten, um ein Schamane zu werden?

Welcher Rahmen eignet sich am besten, um ein Schamane zu werden?

Bevor ihr jedoch prüfen könnt, was euch eure Intuition in Bezug auf eine Schamanen-Schule rät, müsst ihr zunächst eine Vorauswahl treffen. Dazu ist es wichtig, dass ihr euch gut über die einzelnen Schulen informiert, euch Hintergrundinformationen einholt und euch selbst die Frage stellt, mit welcher Absicht ihr die Ausbildung absolvieren wollt. Was sind eure Schwerpunkte, was wollt ihr erreichen? Was für eine Art von Heiler seit ihr? Danach entscheidet sich dann, worauf ihr euren Schwerpunkt bei der Ausbildung legt. Stellt euch dazu folgende Fragen: Welche Inhalte werden vermittelt? Wie intensiv wird sich mit welchen Themen beschäftigt? Welchen Hintergrund haben die Ausbilder? Wer waren ihre Mentoren? Auf welche Weise arbeiten sie? Ist es vielleicht sinnvoll, die Schamanen-Ausbildung mit anderen Ausbildungen in diesem Bereich (Wildnispädagogik, Intuitiv Trakking, Survival-Fertigkeiten, Yoga, Familienaufstellung, Gestalttherapie, andere Naturheilverfahren, etc.) zu kombinieren?

Macht euch dabei stets bewusst, dass die Ausbildung selbst euch nicht zum Schamanen macht. Sie ist lediglich der Türöffner, der auch den ersten Impuls geben kann. Wenn ihr eine wirklich gute Ausbildung durchlauft, dann seit ihr danach vielleicht auf dem Stand eines vierjährigen Indianerkindes. Das mag sich wenig anhören, aber es ist eine wichtige Basis um von hier aus weiter zu kommen.

Kann ich die ersten Schritte auch alleine gehen?

Ihr wollt auf die selbe Art lernen, wie die Kinder in den Naturvölkern? Wir zeigen euch wie das geht.

Ihr wollt auf die selbe Art lernen, wie die Kinder in den Naturvölkern? Wir zeigen euch wie das geht.

Das gute bei der Ausbildung zum Schamanen ist, dass man die Mentoren überall in der Natur finden kann. Es sind nicht die Menschen, die uns zurück zu unserem wahren Sein und damit auch zu unseren Kräften als Heiler bringen, sondern die Natur selbst. Die Schwierigkeit besteht nur also hauptsächlich in einer einzigen Frage: Wie zum Teufel bekomme ich einen Baum dazu, dass er mir das Heilen beibringt?

Um diese Frage zu beantworten haben wir uns ein Jahr auf unserem Medizingang um die Welt Zeit genommen und einen Leitfaden für die ersten Schritte auf dem Weg zum Heiler und Schmanen zusammengestellt. Es ist ein Übungsbuch, das zum einen die wichtigsten Hintergrundinformationen enthält, um die Zusammenhänge zu verstehen, die schamanisches Heilen überhaupt möglich machen. Zum anderen besteht es aus vielen praktischen Aufgaben und Übungen, mit denen ihr Schritt für Schritt zum Schüler der Natur werden könnt.

Nähere Informationen zum Buch findet ihr hier:

Die natürliche Heilkraft der Bäume
13 Bewertungen
Die natürliche Heilkraft der Bäume
Die natürliche Heilkraft der Bäume ist ein Leitfaden um selbst zum Schüler der Natur zu werden und so eine Ausbildung zum Schamanen, Heiler und Medizinmann, bzw. zur Schamanin, Heilerin und Medizinfrau zu machen.

Wir haben euch hier außerdem eine Liste mit einigen weiteren Büchern zusammengestellt, die wir selbst als äußerst hilfreich empfunden haben, um ins Heilerbewusstsein einzutauchen:

Leben aus dem Geist der Wildnis. Der Weg des Herzwissens. Ein praktisches Arbeitsbuch
3 Bewertungen
Leben aus dem Geist der Wildnis. Der Weg des Herzwissens. Ein praktisches Arbeitsbuch
Tom Brown legt hier sein erstes großes Praxisbuch vor. Er breitet vor dem Leser die Essenz der spirituellen Naturlehre und das Wissen vom Großen Geist aus, das er von «Großvater», dem indianischen Schamanenheiler und Krieger, während seiner über zehnjährigen Lehrzeit empfangen durfte und das er in den berühmten Kursen an seiner Überlebensschule lehrt.
Der Stadt-Schamane
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Der Stadt-Schamane
Der Autor beschreibt hier in sehr klaren gut verständlichen und anschaulichen Worten die Traditionen und Philosophien des der Hawaiianischen Schamanen. Das Buch enthält dabei ebenfalls einige wirkungsvolle Übungen und gibt Einblicke in das Weltverständnis auf das die schamanische Heilung aufbaut.

 

Könnt ihr mir eine Schamanen-Ausbildung empfehlen?

Wir selbst haben im Laufe unserer Reise und auf unserem eigenen Weg zum Heiler einige Schamanen, Heiler, Mentoren und Ausbilder kennengelernt, die uns inspiriert und weitergebracht haben. Die Liste an Schamanen-Schulen, die wir hier zusammengestellt haben enthält zudem weitere Schulen, auf die wir von zufriedenen Teilnehmern aufmerksam gemacht wurden und die uns als hilfreich und empfehlenswert beschrieben wurden. Eine Garantie können wir natürlich nicht geben, allein schon deshalb, weil jeder andere Ansprüche an eine gute Ausbildung stellt. Feedback und Erfahrungsberichte sowie Empfehlungen für weitere Schulen nehmen wir gerne an.

Darrel Combs:

Darrel ist einer unserer wichtigsten Mentoren. Er ist in Oklahoma als Sohn eines Missionar bei einem Indianerstamm aufgewachsen und hat später mehrere Jahre bei Aborigines gelebt. Heute wohnt er mit seiner Familie in Österreich und bietet hier auch Heilungen, Seminare und Ausbildungen an. Bislang haben wir in Europa niemanden kennengelernt, der eine so tiefe Verbindung zur Natur und so viel Wissen über Heilung hat wie er. Außerdem spricht er in einem großartigen amerikanisch-österreichischen Akzent.

https://www.darrelcombs.info/

 

Weitere Schulen folgen…

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