Weltreisetipps

Gut versichert auf Weltreise: Ist eine Haftpflichtpolice sinnvoll?

Wer einen Schaden verursacht, muss dafür haften – unabhängig von der Schadenshöhe. Weil die gesetzliche Haftpflicht kein Limit kennt, droht bei einem Missgeschick schnell der finanzielle Ruin. Die private Haftpflichtversicherung schützt vor genau diesem Risiko. Was sollte in diesem Zusammenhang bei Auslandsreisen beachtet werden?

Verursacher haftet für Schäden – in unbegrenzter Höhe

Das Gesetz gibt sich hier eindeutig: Der Geschädigte muss grundsätzlich so gestellt werden, als sei der Schaden nie eingetreten. Konkret bedeutet dies, dass auch alle Folgeschäden wie ein Verdienstausfall beglichen werden müssen. Kommt es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, muss auch ein Schmerzensgeld einkalkuliert werden. Läuft beispielweise ein nicht angeleinter Hund auf die Straße und verursacht einen Autounfall, folgt nicht nur die Finanzierung des Blechschadens und der Genesung der Unfallopfer. Ist einer der beteiligten Selbstständig und kann nicht arbeiten, wird ein Ersatz für den entgangenen Gewinn fällig. Die Frage, für wen eine solche Police sinnvoll ist, erübrigt sich schnell: Jeder, der solch Schadenssummen nicht aus seinem Privatvermögen begleichen kann, sollte auf diese Versicherung keinesfalls verzichten. Dabei ist die Rechtssituation im Ausland in der Regel vergleichbar.

Hohes Haftungsrisiko im Ausland

Während eines Auslandsaufenthalts verschärft sich diese Problematik aus anderen Gründen noch weiter: Im Straßenverkehr gelten andere Sitten. Vor allem außerhalb Europas lässt die Verkehrsdisziplin in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig. Wer sich als Weltreisender auf unbekanntem Terrain bewegt, ist dieser Gefahr noch in größerem Maße ausgesetzt – es fehlt die Routine der Einheimischen. Außerdem ist es bei Auseinandersetzungen im Ausland schwieriger, das eigene Recht durchzusetzen. Unter Umständen muss dann trotz aller Vorsicht für einen Schaden gehaftet werden, der gar nicht verursacht wurde. Grundsätzlich haftet die Police auch im Ausland für alle Schäden, die Unachtsamkeit verursacht wurden. Dabei gibt es allerdings einige Einschränkungen: Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit haftet die Versicherung nicht. Letzteres liegt beispielsweise vor, wenn ein Unfall unter erheblichen Alkoholeinfluss verursacht wurde. Zudem ersetzt die Police im Ausland keine eigenen Schäden, die durch Familienangehörige oder den Versicherten verursacht wurden.

Missgeschick im Hostel – teurer Schaden verursacht

Genug Spielraum gibt es dennoch: Bei Reisen in Südost-Asien gehört der gemietete Roller zum Standard – leider kommt es aufgrund der Verkehrsverhältnisse schnell zu Unfällen. Eine spezielle Kfz-Haftpflicht ist dort allerdings die Ausnahme, sodass die private Haftpflicht einspringen muss. Wer versehentlich im Hostel einen Feueralarm auslöst, weil in der Küche ein Fettbrand verursacht wurde, haftet für alle Schäden und die Einsatzkosten der Feuerwehr; auch hier darf die Police nicht fehlen.

Fazit: Tarifvergleich im Internet lohnt sich

Am Ende bleibt die Feststellung, dass die Haftpflichtversicherung unverzichtbar ist – gerade im Ausland. Fachleute halten die Police für eine der Wichtigsten überhaupt. Wer bereits haftpflichtversichert ist, sollte überprüfen, ob der Auslandsschutz auch tatsächlich für mindestens ein Jahr gilt. Innerhalb der EU sollte der Versicherungsschutz sogar drei Jahre Gültigkeit haben. Zudem lohnt sich der Tarifvergleich, den trotz identischer Leistungen unterscheiden sich die Prämien zum Teil erheblich. Das Verbraucherportal Netzsieger hat die wichtigsten Tarife einmal verglichen, sodass sich die passende Police einfach finden lässt.

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