Akupressur lernen – so einfach geht’s!

Überall an unserem Körper gibt es Punkte, die mit anderen Punkten, mit Organen, Körperbereichen, Wirbeln und Gelenken in Verbindung stehen. Diese Erkenntnis wird in der fernöstlichen und in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in der Akupunktur bereits seit Jahrhunderten für Heilungsprozesse genutzt. Um Schmerzen zu lindern, energetische Blockaden zu lösen, Selbstheilungsprozesse oder Entgiftungen anzuregen und um das innere Gleichgewicht wiederherzustellen, werden die entsprechenden Akupunktur-Punkte gedrückt, gestochen oder erwärmt. Die einfachste Variante, die jeder immer und überall selbst anwenden kann, ist die Akupressur, bei der die Punkte mit den Fingern massiert werden, während wir einen leichten Druck ausüben.

Die Akupressur hat zudem den großen Vorteil, dass man mit ihr nichts verkehrt machen kann. Eine Massage der Nervenpunkte führt zu einer Normalisierung. Das  bedeutet, dass man den Körper damit nur in ein Gleichgewicht zurückbringen, ihn aber nicht in eine bestimme Richtung manipulieren kann. Wenn du bei einer Behandlung einen Punkt erwischt, den du nicht erwischen wolltest, und der zu einem Organ gehört, dass gar keine Probleme hat, dann passiert einfach nichts. Genauso ist es, wenn du bei deiner Behandlung überhaupt keinen Punkt erwischt. Du brauchst also keine Angst davor haben, bei der Anwendung etwas falsch zu machen. Wenn du es richtig machst hilft es zum Beispiel gegen Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen und andere Beschwerden, wenn nicht, dann bleibt alles wie es ist.

Um mit der Akupressur Heilungserfolge zu erzielen, ist es nicht nötig alle Punkte am Körper mitsamt ihrer Wirkung für die Medizin zu kennen. In den meisten Fällen reichen bereits einige wenige Punkte aus, die man sich leicht merken kann. Wir haben uns bei der Auswahl der Punkte für die Akupressur auf diejenigen konzentriert, die sich an den Ohrmuscheln befinden. Dadurch kann man eine Behandlung bei sich selbst oder bei anderen jederzeit durchführen und muss sich nicht erst die Schuhe oder andere Kleidungsstücke ausziehen, um den Körper „freizulegen“. Und ein weiterer Vorteil: Wir brauchen keine Nadeln, sondern nur unsere Hand und die Finger bzw. Fingerkuppen, um die Nervenpunkte der Meridiane zu stimulieren.

Die Massage der Akupressurpunkte

Eine Akupressurbehandlung dauert in der Regel nicht länger als 6 Minuten. Anschließend solltest du dir 15 bis 20 Minuten Zeit zum Entspannen nehmen. Wenn du die Behandlungen vorbeugend machst, reicht es wenn du die Punkte einmal täglich Massierst. Bei leichten Erkrankungen solltest du es zwei Mal am Tag wiederholen, am besten morgens und abends. Bei starken oder akuten Erkrankungen ist es am wirkungsvollsten wenn du die Behandlung drei Mal täglich wiederholst. Chronische Krankheiten sollten über einen Zeitraum von ca. drei bis acht Wochen behandelt werden.

Die Massage selbst hat den folgenden Ablauf:

  1. Such dir einen ruhigen und entspannten Ort und setz oder leg dich bequemen hin.
  2. Drücke bei jedem Einatmen jeweils mit den Zeigefingern so fest auf die Punkte an beiden Ohrmuscheln, dass du einen leichten, angenehmen Schmerz empfindest. Bei einigen Punkten kann es hilfreich sein, mit dem Daumen einen Gegendruck aufzubauen, indem du ihn von der anderen Seite gegen deine Ohrmuschel hälst.
  3. Löse den Druck beim Ausatmen.
  4. Wiederhole diesen Vorgang 30 Mal mit dem gleichen Punkt. Anschließend kannst du zu einem anderen Punkt wechseln und ihn wieder für dreißig Atemzüge im Wechsel drücken und loslassen. In der Regel werden bei einer Behandlung nicht mehr als drei Akupressurpunkte behandelt.
  5. Entspanne dich für 15 bis 20 Minuten. Dies ist die Zeit, in der der eigentliche Heilungsprozess stattfindet. Du kannst in dieser Zeit auch ruhig einschlafen.  Lesen, fernsehen, reden oder andere Dinge tun, die deinen Geist beanspruchen solltest du allerdings nicht.

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